Jahresausstellung 2013
Der Danner-Preis ist eine der wenigen hohen Auszeichnungen für Kunsthandwerk. Seit 1920 prämiert die Danner-Stiftung hervorragende Leistungen und unterstützt junge Talente durch Preise, Stipendien, Wettbewerbe und Ausstellungen, insbesondere um Qualität und Anspruch von Aus- und Weiterbildung auch in Zukunft zu gewährleisten. Den Danner-Preis der Klasse für Freie Kunst/ Gold- und Silberschmieden vergab die Jury (Lars Blunck, AdBK Nürnberg, Helen Britton, München und Petra Hölscher, Neue Sammlung, München) an René Martin und Markus Pollinger.Die Jury hat René Martin den ersten Preis (Preisgeld: 700 €) für seine Arbeit "Kontainment", zwei aus Beton gegossene Objekte, zuerkannt. Sie zeichnen sich durch vielfältige, reizvolle Kontraste aus. Sehr präzise aus dem kompakten, schweren, gleichsam industriellen Werkstoff Beton - handwerklich bravourös - gegossen, halten sie dennoch in ihrer fein strukturierten Oberflächenbeschaffenheit die Materialität der Gussform ablesbar: recycelte/ wiederverwendete Styroporverpackungen, und damit ein ebenfalls industrielles, indes weicheres, leichteres Ausgangsmaterial. Diese materialästhetische Spannung der Objekte, findet ihre Entsprechung in weiteren Kontrasten. Die Objekte erscheinen einerseits monolithisch-geschlossen, andererseits aber öffnen sie sich nachgerade gefäßförmig - ohne dass sie indes eine Funktion verbindlich vorgeben. Sie oszillieren zwischen Autonomie und Heteronomie, freier Skulptur und angewandter Kunst. Vieles wird - ansprechend austariert - in der Schwebe gehalten, vieles bleibt in einer unauflösbaren, eben ausgesprochen reizvollen Spannung, wie sie in der Themenvorgabe "containment without content" bereits vorgezeichnet ist.


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Einen zweiten Preis (Preisgeld 300 €) hat die Jury Markus Pollinger mit seiner Arbeit "Leer im Raum" aus handelsüblichen Monochorde-Dosen zuerkannt. Mit großer handwerklicher Präzision - und mit für den Rezipienten irritierenden Effekten - werden eine Vielzahl identischer Dosen in unterschiedlichen Graden verprasst, so dass Reihen sich sukzessiv verdichtender Dosen – "containments" mit zunehmend weniger "content" entstanden sind. Auch hier fand die Themenvorgabe eine inspirierte und inspirierende Umsetzung, gleichwohl weniger spannungsvoll auf den Aspekt möglicher Funktionalität eingegangen wurde. Dennoch: Sowohl die handwerkliche Präzision als auch der intellektuelle Zugang zur Themenvorgabe haben die Jury überzeugt.

Mit Benjamin Lignel, FR
This workshop focused on the spaces your work will inhabit once it has left the workshop: the public space, someone's 'in' box, the printed page, the social event. We looked at different ways of occupying these spaces, and what your work might gain and lose from being shown, described, reproduced or used.
Making/Cooking new materials/composites and compiling menus/new collections. Bright scenarios for innovative and inspired products.